Strahlende Gesichter auf der herrlichen Anlage des Tennisclubs Rot-Gelb Bad Harzburg im Stadtpark, als der einstige Topspieler Nicolas Kiefer zum Turnier bat. Fotos: H. Weber
Mit viel Tempo zum Tennis
Nicolas Kiefer und Gesa-Louise Dreß erläutern die NK4-Turnierform.
Während sich Alexander Zverev in Paris auf das Roland-Garros-Finale vorbereitete und mit seinem ersten Grand-Slam-Titel dem deutschen Tennis neuen Schwung geben könnte, widmete sich dieser Aufgabe der TC Rot-Geld Bad Harzburg sehr viel unmittelbarer.
Mit Unterstützung der Bad Harzburg-Stiftung und des Wirtschaftsnetzwerk „Herrenabend mit Damen“ wurde auf den Tennisplätzen am Stadtpark ein besonderes Turnier angeboten, dass Kinder und Jugendliche an den Tennissport heranführen sollte – mit Unterstützung eines echten Tennisstars: Turnierleiter Nicolas Kiefer rangierte im Jahr 2000 immerhin auf Rang 4 der Weltrangliste.
Nicolas Kiefer mit Veranstaltern und Sponsoren (v.r.): Thomas Kregel, Dirk Junicke, Miriam Bartels und Gesa-Louise Dreß.
Mittlerweile bietet der Tenniscrack, den alle Welt nur „Kiwi“ ruft, die NK4Tour (ext.) an. Ziel dieser besonderen und besonders schnellen Turnierform ist es, bei Jugend, Hobby- und Mannschaftsspielern neue Begeisterung für den Tennissport zu erzeugen und vor allem bei den Nachwuchsspielern die Faszination für den Sport neu zu erwecken.
In Bad Harzburg dürfte dies gelungen sein. Für ein gutes Dutzend Kinder und Jugendliche, die sich an der Aktion des TC Rot-Gelb beteiligten, übernahm die Bad Harzburg-Stiftung aus Mitteln des Herrenabends die Startgebühren. Völlig unbeschwert konnten so alle auf der traditionsreichen Anlage des Vereins, auf der einst auch Tennislegenden wie Gottfried von Cramm spielten, den gelben Filzkugeln nachjagen.
„Schönste Zeit“ heißt einer der Hits des Braunschweiger Sängers Axel Bosse. Dem Star, der Bad Harzburg-Stiftung und dem Wirtschafts-Netzwerk „Herrenabend mit Damen“ verdanken jetzt etliche Schülerinnen und Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums (WvS) die vielleicht „schönste Zeit“ ihrer Schullaufbahn: Für den Auftritt von Bosse beim Yellow-Jockey-Open-Air auf der Rennbahn am Weißen Stein produzieren die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ein Musikvideo. Die dafür erforderliche technische Ausstattung spendieren Stiftung und Netzwerk, die seit langem gerade im Jugendförderbereich ein bewährtes Doppel bilden.
Dass die Arbeiten an dem Projekt intensiv laufen und prima vorankommen, davon überzeugten sich jetzt Hans-Heinrich Haase-Fricke. Sprecher des Wirtschafts-Netzwerks, und Thomas Kregel vom Vorstand der Bad Harzburg-Stiftung.
Die WvS-Band unter Leitung von Ansgar Ruppert ist an den Drehtagen ebenso aktiv eingebunden wie die Tanztheater-Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Patricia Gombert. Liedtext und Melodien studieren die einen ein, während die anderen der Choreografie den letzten Schliff verpassen. Für den letzten Schliff ist dann die Film-AG zuständig, das Drehbuch stammt aus der Feder von Stefan Glöge.
Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Veranstaltungsteam der Yellow-Jockey-Konzerte. Das Musikvideo der Schülerinnen und Schüler wird den Bosse-Auftritt am 2. August 2025 begleiten und auf Großleinwand die Performance des Sängers begleiten. Ein solch spektakulärer „Auftritt“ verlangt natürlich während der Dreharbeiten auch professionelles Equipment. Und genau an diesem Punkt steigt das Sponsorenteam Stiftung/Netzwerk ein.
Mit mindestens 2300 Euro wird die Produktion in jedem Fall gefördert, gegebenenfalls kann die Summe sogar noch etwas steigen. Beim Erwerb des Equipments wird das WvS vom Goslarer Media-Markt unterstützt. Dort solle das Musikvideo quasi als „Appetizer“ für das Open-Air auf der Galopprennbahn auf den ausgestellten Fernsehern in Dauerschleife laufen.
Schülerinnen und Schüler des WvS sind mit „Energie und Begeisterung“ bei der Sache, wie sich Thomas Kregel und Hans-Heinrich Haase-Fricke während der Produktion überzeugen konnten. Und alle gemeinsam freuen sich jetzt auf den öffentlichen „Auftritt“ der Produktion und auf die Reaktionen des Publikums.
Thomas Kregel, Hans-Heinrich Haase-Fricke, Miriam Bartels, Erna Lemke und Florian Hinz tauschen sich über die „Jugger“-Ziele aus. Foto: Schlegel/Goslarsche Zeitung
Sanfte „Schlägerei“ stärkt das Miteinander
Taktik und Teamgeist, so könnte die Zielsetzung einer Aktion beschrieben werden, die die Bad Harzburg-Stiftung derzeit mit Mitteln aus dem Herrenabend im Jugendbereich fördern. Taktik und Teamgeist sollen beim Sport Jugger geschult werden und quasi spielerisch zur Gewaltprävention beigetragen. Umgesetzt wird das Vorhaben durch den Jugendtreff Bad Harzburg und dessen Kooperationspartner „Wild & Stark“. Mit knapp 3500 Euro schieben Bad Harzburg-Stiftung und Herrenabend das Projekt an.
Wie gut das Vorhaben bereits angenommen wird, davon konnten sich jetzt Hans-Heinrich Haase-Fricke als Organisator des Benefiz-Herrenabends und Miriam Bartels sowie Thomas Kregel als Vorstandsmitglieder der Bad Harzburg-Stiftung überzeugen. In der Sporthalle des Werner-von-Siemens-Gymnasiums erläuterte Stadtjugendpfleger Florian Hinz zusammen mit Erna Lemke und Jan Breitkopf von „Wild & Stark“, wie der zunächst aggressiv-martialisch wirkende Sport dazu beiträgt, Aggressionen zu kanalisieren und Gewalt vorzubeugen.
Während die Spielerinnen und Spieler mit weichen „Schlägern“ aufeinander losgingen, erläuterten die Verantwortlichen das sich nicht auf den ersten Blick erschließende Ziel. Was bei „Jugger“ bisweilen wie eine Prügelei wirken mag, strebt tatsächlich das Aufstellen gemeinsamer Regeln und ein faires Miteinander an.
Das neue Angebot wird bereits gut angenommen, neue Mitspielerinnen und Mitspieler jedoch sind jederzeit willkommen. Sie müssen sich nicht anmelden, jeweils freitags um 16.00 Uhr wird zum Jugger in die Sporthalle des Werner-von-Siemens-Gymnasiums eingeladen.
Tiktok ist aktuell die Nr. 1 bei den Jugendlichen, aber die Nutzung ist keineswegs frei von Tücken. Foto: Kregel
TikTok und die Tücken
Das Benefiz-Netzwerk des „Herrenabends“ und die Bad Harzburg-Stiftung bilden seit langen Jahren ein Team, das vor allem auch die Jugend im Fokus hat. „Stark & fair“ soll der Nachwuchs denken und handeln, in dieses Ziel wurde beispielsweise mit der gleichnamigen Aktion an den Schulen der Kurstadt investiert. Keine Eintagsfliege, mit zwei aktuellen Aktionen ist das Doppel Herrenabend/Bad Harzburg-Stiftung aktuell im Zusammenspiel mit der städtischen Jugendförderung aktiv.
Ein Augenmerk lag dabei jetzt besonders auf den sogenannten Sozialen Medien. So viel Spaß der Umgang mit TikTok und Co. machen kann, so groß sind auch die Tücken, die im unbedarften und unkritischen Konsum lauern. Medienprävention ist folgerichtig ein Stichwort, dem vor allem auch an allen Schulen ein immer größerer Stellenwert eingeräumt wird.
Gefährliche Trends
Medienreferent Michael Roos (v.l.) mit Jugendtreff-Mitarbeiter Max Heger, Thomas Kregel von der Harzburg-Stiftung und Herrenabend-Organisator Hans-Heinrich Haase-Fricke. Foto: Goslarsche Zeitung / Nachtweyh
Das weit gefächerte Feld fordert allerdings auch Personal- und Finanzeinsatz, den die Schulen und die Jugendförderung nur schwerlich leisten können. Genau an diesem Punkt sind der Herrenabend und die Bad Harzburg-Stiftung eingestiegen. Mit 1350 Euro, so Hans-Heinrich Haase-Fricke, Sprecher und Gründungsinitiator des Herrenabends, und Thomas Kregel, Vorstandsmitglied der Bad Harzburg-Stiftung, wird ein Projekt unterstützt, bei dem Michael Roos, Medienreferent der Landesstelle Jugendschutz, eine Reihe von Workshops im Jugendtreff am Bündheimer Schloss anbot.
Zielgruppe waren die sechsten Klassen des Werner-von-Siemens-Gymnasium, des Niedersächsischen Internatsgymnasiums sowie der Oberschule Deilich. Ihnen verdeutlichte Roos vor allem auch, welche Tücken der leichtfertige Umgang mit den eigenen Daten in den Sozialen Medien haben kann. Zudem wurden die Jugendlichen über zum Teil gefährliche Trends und den zunehmenden Extremismus von allen politischen Rändern informiert.
Mit der vielleicht wichtigsten Informationsveranstaltung klingen die Workshops zur Medienprävention am Mittwoch, 23. Oktober 2024, um 19.00 Uhr im Jugendtreff aus: Dann sind die Eltern die Zielgruppe – und bei so manchem Erwachsenen dürfte dann zunächst einmal ein grundlegender Wegweiser in die digitale Welt des eigenen Nachwuchses erforderlich sein.
Taktik und Teamgeist
Taktik und Teamgeist, so könnte die Zielsetzung der zweiten Aktion beschrieben werden, die der Herrenabend und die Bad Harzburg-Stiftung derzeit im Jugendbereich fördern. Taktik und Teamgeist sollen beim Sport Jugger geschult werden und sozusagen spielerisch zur Gewaltprävention beigetragen. Umgesetzt wird das Vorhaben durch den Jugendtreff Bad Harzburg und dessen Kooperationspartner „Wild & Stark“. Mit knapp 3500 Euro schieben Stiftung und Herrenabend das Projekt an.
Schon seit 16 Jahren hat sich die Bad Harzburg-Stiftung die Förderung des Vereinssports und dabei insbesondere die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen auf die Fahnen geschrieben. Von 2018 bis 2024 flossen insgesamt 47.919 Euro in die Aktion „Kinder in die Sportvereine“, die vielen Kindern aus wirtschaftlich nicht so starkem Umfeld die Teilhabe am aktiven Vereinsleben erst ermöglicht. Neben der Aktion „Kinder in die Sportvereine“ kann die Bürgerstiftung auf eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen verweisen, mit denen der Sport im Verein gestärkt wurde. Aktuell profitiert davon die TSG Bad Harzburg, hier fördert die Stiftung gemeinsam mit dem Partner „Herrenabend“ den Erwerb von Kinder-Wettkampfanzüge mit 1000 Euro.