In einem außerordentlich aktiven Leben hat der Ehrenvorsitzende des Fördervereins Historischer Burgberg, der Bergbauingenieur und einstige Kurdirektor Horst Woick, ein großes Archiv mit einem enormen Wissensfundus angehäuft. In Kooperation mit dem Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung, die die Unterlagen auch aufbewahrt, wird dieser Schatz durch den Förderverein Historischer Burgberg jetzt nach und nach digitalisiert und damit der Öffentlichkeit unter anderem auf der Plattform Harz-History sowie auf YouTube (Playlist: „Archiv Horst Woick Bad Harzburg“) zugänglich gemacht. Nicht fehlen dürfen die Kostbarkeiten natürlich auch auf der Website des Fördervereins, beispielsweise ein „Video-Kleinod“ wie der Film, den Michael Redlin und Horst Woick um die Burgbrunnen-Befahrung 2006 gestalteten:
Weniger Bewegtbild, dafür um so mehr Wissen transportieren die Vorträge, die der seit dem 12. November 2025 nun 92-jährige Horst Woick geschaffen hat. Das Problem: Als guter Rhetoriker hat Horst Woick Reden und eben auch Vorträge stets frei gehalten. Nach und nach werden die Folien der Präsentationen nun im Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung „untertitelt“ und ebenfalls auf YouTube und auf dieser Website gezeigt. Auch hier macht der Burgbrunnen, durch den Kaiser Heinrich IV. vor den Sachsen geflohen sein soll, den Anfang:
Auch in der brandneuen (und empfehlenswerten) App zum „Grünen Band“ und zur Geschichte der innerdeutschen Grenze werden Aufnahmen aus dem Ahrens-Archiv eingesetzt.
Ahrens-Fotos sind millionenfach gefragt
Fünf Jahre liegt die Geburtsstunde des Herbert-Ahrens-Bilderarchivs zurück, im Juni 2020 wurden die ersten Fotos digitalisiert. Mittlerweile sind knapp 50.000 Bilder abrufbar, hinzu kommen rund 20.000 Texte des Pressefotografen Herbert Ahrens, der von 1945 bis 1996 im gesamten Harz, vor allem aber in Bad Harzburg tätig war.
Mehr als 2 Millionen Aufrufe
Die Bad Harzburg-Stiftung, die den zeitgeschichtlichen Schatz hütet und über das Internet abrufbar macht, landete damit einen Volltreffer. Seit Januar 2023 werden die Zugriffszahlen auf der Website Harz-History, die mit Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) Potsdam geschaffen wurde, gezählt: Seither verzeichnet die Bad Harzburg-Stiftung sage und schreibe 2.380.992 Seitenaufrufe (Stand: 6. Oktober 2025).
Das Gros der rund 80.000 Besucher sind Privatleute, vielfach auf den Spuren der eigenen Vergangenheit unterwegs. Was nicht zuletzt E-Mails von gebürtigen Harzern belegen, die es „in die Fremde“ verschlug und die in der Heimat-Historie stöbern. Immer wieder aber gibt es auch Foto-Anfragen (Nutzungsrechte) von Museen, Universitäten, Vereinen, Instituten, Zeitungen und Zeitschriften, die Bilder zu Dokumentationszwecken und zur Bebilderung von Veröffentlichungen nutzen wollen.
App zum „Grünen Band“
„Aktion Ungeziefer“: Die Zwangsumsiedlungen in Stapelburg durch das DDR-Regime hielt Herbert Ahrens in Fotos fest.
Eine Nachfrage, die sich keineswegs auf Deutschland beschränkt. Anfragen aus den Niederlanden, Frankreich, England, der Schweiz und USA waren schon zu verzeichnen. Ganz aktuell nutzte der Verein berlinHistory e.V. einige Ahrens-Aufnahmen für eine sehr beachtenswerte und kostenfreie App (Android ||| iOS) über das „Grüne Band“ und damit über die einstige innerdeutsche Grenze. Das unter anderem von der „Bundesstiftung Aufarbeitung“ geförderte Projekt wurde am Tag der Deutschen Einheit vorgestellt und kann nun heruntergeladen werden.
Aktuell wächst der Foto-Fundus auf der Harz-History-Website eher langsam. Was etliche gute Gründe hat. So sind großartige Sammlungen wie beispielsweise jene von Harry Plaster „One-Man-Shows“ und laden viel Arbeit auf wenigen Schultern ab. Zum anderen geht es vor allem beim Ahrens-Archiv nun darum, Negative und Dias zu sichten und zu scannen, was deutlich mehr Zeit erfordert als die Digitalisierung von Foto-Abzügen.
Ein weiterer Grund für das etwas langsamere Anwachsen des gewaltigen Foto-Fundus‘ ist derweil sehr erfreulicher Natur: Über die Kommentarfunktion der Website gehen weiter beständig ergänzende Informationen zu vielen Fotos ein, was das Archiv in Gänze immer wertvoller werden lässt. Mit einem kleinen Haken: Die vielen Informationen müssen auch eingearbeitet werden…
Spenden für den Erhalt
Eine grundlegende Herausforderung für die Bad Harzburg-Stiftung ist auf Sicht auch die Finanzierung des digitalen Fotoarchivs. Der enorme Speicherbedarf und die hohen Zugriffszahlen verursachen Kosten. Und da gibt es einen wesentlichen Wermutstropfen in der so positiven Gesamtbilanz des Stiftungs-Projekts „Ahrens-Archiv“: Von den fast 2,5 Millionen Klicks galt kein einziger dem „Spenden-Button“.
Wer dem digitalen Gabenstock im Internet nicht traut, kann auch auf herkömmlichem Weg helfen und unter Angabe des Stichworts „Ahrens-Archiv“ einen Beitrag auf das Konto der Bad Harzburg-Stiftung, IBAN: DE15800635085005725100, bei der Harzer Volksbank eG leisten. Spendenquittungen können ausgestellt werden.
Noch in den 1980er Jahren bröckelten die Reste des Pulverturms aus der Zeit Otto IV. vor sich hin, an der Restaurierung des Turmstumpfs war der Förderverein maßgeblich beteiligt. Foto: Ahrens-Archiv
Interessante Blicke in die jüngere Burggeschichte
Die Turmbau-Idee ist nicht neu: Pläne des Harzburger Geschichtsvereins aus den Jahren um 1912.
Die Turmbau-Pläne des Fördervereins Historischer Burgberg sorgen schon vor der öffentlichen Präsentation am Donnerstag, 26. Juni 2025, um 18.30 Uhr im Bündheimer Schloss für Diskussionen in der Stadt, die ihren Namen der Burg verdankt. Und natürlich in den „Sozialen Medien“, wo etliche Beiträge allerdings wenig bis gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.
Wer sich mit der jüngeren Geschichte der Harzburg befassen will, ist auf Harz-History vor allem im Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung und im Archiv Harry Plaster richtig. Stiche und Zeichnungen zeigen, wie die Harzburg ausgesehen haben könnte. Fotoserien über die Ausgrabungen beispielsweise in den 1950er und 1970er Jahren, über Forschungsarbeit mit der Wünschelrute und Burgbrunnen-Befahrungen stehen für das Interesse, das auch im 20. Jahrhundert vorherrschte.
Glasnegative aus dem Bestand Julius Simonsen zeigen, dass das aussichtsreiche Fleckchen Erde auf dem Plateau schon vor 100 Jahren mit Gastronomie lockte. Und im Archiv des Harzburger Geschichtsvereins auf Harz-History ist ein Plan zu bewundern, der um das Jahr 1912 entstand und dokumentiert, das Turmbau-Pläne wahrlich keine neue „Erfindung“ sind.
Vor einer Hürde sei an dieser Stelle allerdings gewarnt: Da die Harzburg der Stadt den Namen gab, ist die Volltextsuche der Website in diesem Fall nicht frei von Tücken. Die Suche allein nach „Harzburg“ ist wenig zielführend, da im Archiv mehr als 40.000 Fotos schon die Ortsangabe „Harzburg“ beinhalten. Hilfskonstruktionen, beispielsweise mit „Burgberg“ oder „Ausgrabung“, helfen da weiter. Und beim Experimentieren mit Suchbegriffen entdeckt man bisweilen ungeahnte Schätze…
In jedem Fall werden all jene, die auf Harz-History mit der Harzburg-Forschung beginnen, bestens vorbereitet sein, wenn der Schweizer Stararchitekt Max Dudler am 26. Juni um 18.30 Uhr im Bündheimer Schloss seine Ideen präsentiert. Umfangreiche Informationen sind natürlich auch auf der Website des Fördervereins Historischer Burgberg zu finden.
Ein Klick auf ein Bild öffnet die Galerie mit Burgberg-Beispielen von der Plattform Harz-History
Ausgrabungen auf dem Burgberg im Jahr 1975 vor dem Neubau des Restaurants.
Ausgrabungen des Landesmuseums Braunschweig im Jahr 1959
Das Burgberg-Hotel 1929: Kaffeegarten mit grandioser Aussicht.
Das Burgberg-Hotel im Jahr 1929.
Die Harzsagenhalle in den 1990er Jahren: Charlotte Lison präsentiert dem gerade gegründeten Förderverein den Harzsagenschrein.
In den 1950er Jahren dienten die Burgmauern als Hintergrund für Prospektfotos.
Die Ostburg im Jahr 1983
Der Pulverturm der Harzburg im Jahr 1979
Der Pulverturm der Harzburg im Jahr 1986
Ein Stich zeigt die Harzburg in ihrer einstigen Pracht.
Die verfallenden Reste des Pulverturms im Jahr 1983
Restaurant und "Rummelplatz" 1976
Wehrhafte Lanzenreiter auf der Harzburg zum 60. Geburtstag der Burgberg-Seilbahn 1989
Die Turmbau-Idee ist nicht neu: Pläne des Harzburger Geschichtsvereins aus dem Jahr 1912