Harzburg-Schatz im Stiftungs-Archiv

Harzburg-Schatz im Stiftungs-Archiv
„Die alte Harzburg im Jahr 1500“ ist einer der neuen Archivschätze betitelt, die die Förderverein Historischer Burgberg sicherte.
„Harzburg neue Schloß Ruine“ bezieht sich wahrscheinlich auf das nie realisierte Jagdschloss, das Herzog Wilhelm plante.

Ansichtskarten aus den 1910er Jahren gesichert

Der Burgberg und die Harzburg, das sind Themen, die selbstverständlich auch auf der Archiv-Plattform Harz-History (ext.) der Bad Harzburg-Stiftung seit jeher eine wichtige Rolle spielen. Jetzt hat der Förderverein Historischer Burgberg den Fundus um zwei historische Ansichtskarten erweitert, die selbst Harzburg-Fachleuten nicht so geläufig sind.

Die Ansichtskarte „Alte Harzburg, 1574“ wurde von Ernst Behnecke im Burgberg-Hotel herausgegeben. Dieses Exemplar ging 1912 von Bad Harzburg nach Berlin.

Es handelt sich um zwei sogenannte Künstler-Ansichtskarten, auf denen künstlerische Darstellungen der Harzburg reproduziert sind. Das erste Exemplar soll „Die alte Harzburg im Jahre 1500“ darstellen, die zweite Karte zeigt die „Alte Harzburg, 1574“. Beide steuerte der Förderververein Historischer Burgberg dem Archiv der Stiftung sozusagen als Dauerleihgabe bei.

Beide Ansichtskarten stammen aus den 1910er Jahren. Bei dem Exemplar mit der Darstellung der Burg im Jahr 1574 kann dank des Poststempels sogar ganz präzise festgestellt werden, dass die Ansichtskarte am 8. April 1912 ihre Reise von Bad Harzburg nach Berlin antrat. Herausgegeben hat die Ansichtskarte Ernst Behnecke, der das Hotel Burgberg auf dem Bad Harzburger Hausberg betrieb.

Die beiden Ansichtskarten waren allerdings nicht die einzigen künstlerischen Darstellungen der Harzburg, die den Förderverein und in der Folge auch Heimatforscher in der Kurstadt beschäftigten. Mit dem Foto eines Gemäldes hatte sich ein Sammler über deren Website ratsuchend an den Förderverein gewandt.

„Harzburg neue Schloß Ruine“ ist das Aquarell betitelt, signiert und auf den 9.September (18)63 datiert. Da es sich erkennbar nicht um die Reste der Harzburg auf dem Burgberg handeln konnte, stand die Frage im Raum, ob die Ruine tatsächlich in Bad Harzburg gestanden haben mag und ob Überreste bis heute erhalten seien. Ein Foto des Bildes (hinter Glas und nicht im besten Zustand) fügte der Sammler an.

Des Bilder-Rätsels wahrscheinliche Lösung lieferte dann einmal mehr zuverlässig Harry Plaster: Die zeitgenössische Darstellung zeigt ihm zufolge Reste des geplanten Jagdschlosses, das Herzog Wilhelm um 1850 nahe des Silberborns erbauen wollte.

Die Bündheimer aber vermiesten ihm den Bau. Daraufhin wurde das Vorhaben abgebrochen. Ein Teil der Steine soll im Schlosspark gelagert worden sein. Ein anderer soll, so Harry Plaster, laut  Klaus Röttger zur Marienburg bei Nordstemmen transportiert worden sein. Er verweist auf die Chronik 750 Jahre Bündheim.

Auf dem Bild passt zumindest alles dazu: Die Hanglage, die Berge, ungefähr in Bildmitte die Harzburg, die es eigentlich nicht mehr gab. Im Zentrum der große Baum solle wohl, so Harry Plaster, auf die Gestütseichen hinweisen. Auf der Plattform Harz-History findet sich eine Skizze zu dem nie realisierten Bauprojekt.

Nicht beantwortet werden konnte lediglich die letzte Frage: Welcher Landschaftsmaler sich um 1850 in Bad Harzburg aufgehalten und zum Pinsel gegriffen hat, war trotz intensiver Internetrecherche nicht zu klären.

Die Skizze aus dem Archiv Harry Plaster zeigt das Jagdschloss, das Herzog Wilhelm Mitte des 19. Jahrhunderts nach englischem Vorbild nahe des Silberborns plante. Das Vorhaben wurde nie umgesetzt, dafür entstand später an der Stelle das Wohnhaus der Baronin von Rosenzweig, einer angeblichen Mätresse des Herzogs.

Archiv Horst Woick wird digitalisiert

Archiv Horst Woick wird digitalisiert

Der Fundus eines bewegten Lebens

In einem außerordentlich aktiven Leben hat der Ehrenvorsitzende des Fördervereins Historischer Burgberg, der Bergbauingenieur und einstige Kurdirektor Horst Woick, ein großes Archiv mit einem enormen Wissensfundus angehäuft. In Kooperation mit dem Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung, die die Unterlagen auch aufbewahrt, wird dieser Schatz durch den Förderverein Historischer Burgberg jetzt nach und nach digitalisiert und damit der Öffentlichkeit unter anderem auf der Plattform Harz-History sowie auf YouTube (Playlist: „Archiv Horst Woick Bad Harzburg“) zugänglich gemacht. Nicht fehlen dürfen die Kostbarkeiten natürlich auch auf der Website des Fördervereins, beispielsweise ein „Video-Kleinod“ wie der Film, den Michael Redlin und Horst Woick um die Burgbrunnen-Befahrung 2006 gestalteten:

Weniger Bewegtbild, dafür um so mehr Wissen transportieren die Vorträge, die der seit dem 12. November 2025 nun 92-jährige Horst Woick geschaffen hat. Das Problem: Als guter Rhetoriker hat Horst Woick Reden und eben auch Vorträge stets frei gehalten. Nach und nach werden die Folien der Präsentationen nun im Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung „untertitelt“ und ebenfalls auf YouTube und auf dieser Website gezeigt. Auch hier macht der Burgbrunnen, durch den Kaiser Heinrich IV. vor den Sachsen geflohen sein soll, den Anfang:

Austausch auf der Harzburg

Austausch auf der Harzburg
Reinhard Vierke (3.v.re.) wies als zweiter Vorsitzender des Fördervereins Historischer Burgberg den Weg über den geschichtsträchtigen Bad Harzburger Hausberg. Foto: Privat

Der Blick über das große Ganze

Wenn man Bad Harzburg im Herzen trägt, ist es als Stifterin und Stifter gut, wenn man im Wortsinn den Überblick über die Stadt behält. Was also konnte für die Bad Harzburg-Stiftung näherliegen, als das traditionelle Stiftertreffen auf den Großen Burgberg zu legen.

Dunkle Wolken am Himmel und Terminnöte sorgten dabei in diesem Jahr für eine eher kleine Runde, die einen Tag sozusagen „zwischen Neu und Alt“ erlebte. Mit den Neuerungen wurde in das Treffen gestartet, gemeinsam besuchten alle das Erlebniskino an der Burgbergseilbahn-Talstation und konnten im Erlebniskino das „Hickhack um die Harzburg“ erleben.

Der Bad Harzburger Hausberg ohne die Burgberg-Seilbahn geht natürlich (fast) nicht. Mit der beinahe 100-jährigen Kabinenseilbahn (Einweihung 1929) ging es hinauf auf den Gipfel. Der Harzsagenschrein in der Harzsagenhalle, den die Bad Harzburg-Stiftung vor zehn Jahren aufwendig restaurieren ließ, blieb diesmal links liegen – die Stifterinnen und Stifter haben sich natürlich in den zurückliegenden Jahren schon ein Bild von dem Projekt gemacht.

In den Fokus rückte damit die Harzburg und folgerichtig der befreundete Förderverein Historischer Burgberg, mit dem die Bürgerstiftung in diesem Jahr bereits ein „Dreier-Jubiläum“ und die Einweihung der von der Bad Harzburg-Stiftung finanzierten neue Informationstafel zur Harzburg gefeiert hat. An der Bergstation der Burgberg-Seilbahn startete die Tour, wobei Reinhard Vierke als Wanderführer und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins selbstverständlich viel mehr und viel lebendiger über die Geschichte der Harzburg erzählen konnte.

Zum Austausch und zum Auffüllen der Kraftreserven klang das Stiftertreffen schließlich mit der Einkehr im „Aussichtsreich“ in gemütlicher Runde aus.

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Die Stiftung feiert zwei Jubiläen

Die Stiftung feiert zwei Jubiläen
In Holger Windmanns Werkstatt für Bau- und Denkmalpflege wurde der Harzsagenschrein vor nunmehr 10 Jahren kunstvoll wieder auf Vordermann gebracht. Foto: Beckmann

Jubiläums-Party gleich im Dreierpack

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Eine populäre Binsenweisheit – der am Donnerstag, 8. August 2024, von 17.00 Uhr an auf dem Burgberg in Bad Harzburg besonders gern Folge geleistet wird, denn die Jubiläen können in diesem Jahr gleich im Dreierpack gefeiert werden. Und zwei Mal steht die Bad Harzburg-Stiftung im Fokus:

Unsere Bürgerstiftung feiert mit Stiftern, Spendern und Freunden ihr 20-jähriges Bestehen. Aus gutem Grund geschieht dies auf dem Burgberg, denn auch

die Wiedereröffnung der Harzsagenhalle, die die Bad Harzburg-Stiftung mit der Restaurierung des Harzsagenschreins ermöglichte, jährt sich zum 10. Mal. Und dann feiern auch noch die Freunde und Partner

des Fördervereins Historischer Burgberg Bad Harzburg e.V. ihr 30-jähriges Vereinsjubiläum.

Trotz so vieler guter Feiergründe ist an diesem Tag auf dem Burgberg allerdings kein steifer Festakt geplant. Wie schon bei dem gelungenen „Sundowner-Picknick“ des Burgberg-Fördervereins vor Jahresfrist ist ein eher locker-fröhliches Miteinander vorgesehen. Speisen und Getränke können zu einer Art „Bürgerbrunch“ mitgebracht werden, aber das Gast- und Logierhaus „Aussichtsreich“ ist natürlich ebenfalls geöffnet.

Die Bad Harzburg-Stiftung wird zudem die Harzsagenhalle im Rahmen von Sünderführungen präsentieren und hat auch noch ein „Überraschungsgeschenk“ in petto, das an diesem Abend enthüllt werden soll.

Wer nicht zur Dreier-Jubiläumsfeier auf den Burgberg wandern will, kann bis 18.00 Uhr die Burgberg-Seilbahn nutzen.